1955 fand das dritte Pfingsttreffen der Jungen Grafschaft
in Telgte statt.
Rudolf Klapper, damaliger Bundessprecher, stellte zu
diesem Anlaß seine
Vision von Europa vor.
Natürlich sind seine Ausführungen im Licht
der damaligen Verhältnisse zu
betrachten. Krieg und Vertreibung lagen nur 10 Jahre
zurück. Ost- und
Westdeutschland entwickelten sich auseinander. Im Bundestag
dachte kein
Politiker daran, die Freiheit für die Einheit
aufzugeben. Ebenso war im
Politbüro der SED niemand bereit, das eigene
Machtmonopol für die
deutsche Einheit aufzugeben. Gleichzeitig wurde der
Ton zwischen den USA
und der Sowjetunion schärfer.
Was aber können wir konkret tun?
Alle nationalstaatlichen Interessen ausmerzen. Sind
wir doch alle Opfer eines übertriebenen
völkischen Gedankens. Unsere Stimme erheben, daß
dieses Europa auch nach Osten gebaut wird.
(Haß und Verwünschung aus dem Wege
räumen). Was nützen alle Staatsverträge, wenn die
Völker für dieses Europa nicht reif
sind. Denn meine Freunde, Europa ist nicht nur
eine politische und staatsrechtliche, sondern eine konkret
menschliche Frage geworden. ..."