27.12.98 bis 1.1.99 Woche der Begegnung in Hardehausen: Wanderbewegung und Integration

Ausgewandert; Eingewandert; Entrechtet - oder Schnorrer?

Migration unter die Lupe genommen.

Hardehausen 1998

Alle Jahre wieder, so auch dieses Jahr, könnte man meinen. Hardehausen - längst ein fester Begriff in der Jungen Grafschaft, und für viele ist es selbstverständlich, die Tage "zwischen den Jahren" in den romantischen Mauern des ehemaligen Zisterzienserklosters zu verbringen.

Daß das nicht unbedingt so selbstverständlich ist, haben uns die Kämpfe um den Erhalt "unseres" Hardehausen gezeigt. Anfang des Jahres war es noch längst nicht sicher, ob wir die Woche der Begegnung wie gewohnt in Hardehausen durchführen können. Aber diese Sorgen haben sich glücklicherweise zerschlagen, und so kann es dieses Jahr nun doch wieder heißen: "Alle Jahre wieder..."

Thematisch spannen wir den Bogen von den ersten Wanderungsbewegungen über die Integration nach Flucht und Vertreibung bis hin zur aktuellen Asyl- und Einwanderungsproblematik. Für den Start haben wir uns diesmal aber etwas ganz besonderes ausgedacht: ein ganztägiges Planspiel. Nachdem wir die Thematik spielerisch erprobt und kennengelernt haben, wird uns Frau Dr. Erika Richter aus Meschede mit einem Referat in die Geschichte der Migration einführen. Aber auch Arbeitskreise, unter anderem mit Referenten der Konrad-Adenauer-Stiftung mit  einer abschließenden Podiumsdiskussion, oder eine Lesung bzw. ein Filmvortrag des ehemaligen russischen Kriegsgefangenen Eberhard Pautsch sind geplant.

Ein spannendes Programm also - auch wenn wir alle wissen, daß Hardehausen nicht allein von der politischen Bildung lebt. Unser Geistlicher Beirat Markus Ratajski wird die ganze Woche anwesend sein, uns begleiten und mit uns Gottesdienst feiern. Auch Gerhard Hirschfelder, den ehemaligen Jugendseelsorger der Grafschaft Glatz, der von den Nationalsozialisten in Dachau ermordet wurde und für den inzwischen der Seligsprechungsprozeß eröffnet ist, werden wir aktiv in unsere Woche der Begegnung einbeziehen. Gemeinsam mit unserem Großdechanten Franz Jung wollen wir uns dem Menschen Gerhard Hirschfelder annähern, ein Stück Geschichte aufarbeiten und ihn für die JG entdecken.

Wer in Telgte war, kennt inzwischen auch "unsere Oerlinghausener" Polen und Tschechen. Einige von ihnen werden sicherlich ebenfalls in Hardehausen mit dabei sein. Außerdem kommen natürlich auch wieder die Ermis und unsere Grafschafter Gemeinschaft. Ein buntes Treffen also, ob im Vortrag, im Clubraum mit Gitarre und Kakao, ob auf der Wanderung oder beim Volleyball...

Ich freu mich auf Euch - ich freu mich ganz besonders, den Jahreswechsel gemeinsam mit so interessanten und unterschiedlichen Menschen begehen zu können und vor allem, mit so abwechslungsreichen und intensiven Tagen. Deswegen zum guten Schluß noch ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry, dem Autoren des "Kleinen Prinzen", unter das wir unsere Vorbereitung gestellt haben. Er hat einmal sinngemäß gesagt:

"Der Mensch kann nicht nur von Kühlschränken und Kreuzworträtseln leben..."

In diesem Sinne

Alles Gute und bis bald


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