RUNDBRIEF 2/2007

 

   Neuer Aussichtsturm auf der Heidelkoppe im Reichensteiner Gebirge

 

Auf dem höchsten Berg des Reichensteiner Gebirges, der 900 Meter über NN gelegenen Heidelkoppe (polnisch „Borowkowa“, tschechisch „Boruvkova hora“) wurde im letzten Herbst ein neuer Aussichtsturm fertiggestellt und in einer Feier seiner Bestimmung übergeben. Der neue Turm hat eine Höhe von rund 24 Metern. Seine überdachte Aussichtsplattform ist mit 154 Stufen zu ersteigen. Der runde Turm besteht im Inneren aus einem Stahlgerüst, das von außen mit langen Holzbrettern verkleidet ist. Finanziert wurde der Bau im wesentlichen aus Mitteln des EU-INTEREG-Fonds, der insbesondere Investitionen in den strukturschwachen Grenzregionen der Europäischen Union unterstützt.

 

Über den flachen Gipfel der Heidelkoppe verlief die Grenze zwischen der Grafschaft Glatz und Österreich-Schlesien (Sudetenland), heute die Staatsgrenze zwischen Polen und Tschechien. Der Standort des neuen Turms, an den auch eine kleine Schutzhütte für Wanderer angegliedert ist, befindet sich unmittelbar hinter der Staatsgrenze auf dem heutigen Gebiet der Stadt Jauernig (tschechisch: Javornik).

 

Der Bau des Aussichtsturmes knüpft somit wieder teilweise an die Situation an, wie sie bis etwa 1947 bestand: Bis dahin befanden sich auf dem Gipfel der Heidelkoppe ein 1908 errichteter, ca. 15 m hoher hölzerner Aussichtsturm, direkt daneben auf böhmischer Seite das 1930 eingeweihte Schutzhaus Heidelkoppe, errichtet vom Mährisch-Schlesischen Sudeten-Gebirgsverein, Ortsgruppe Jauernig. Beide Bauwerke wurden in den Nachkriegswirren leider zerstört.

 

Aufgrund der vor Jahren geschaffenen Grenzübergänge für Wanderer kann der neue Turm problemlos auch aus dem Glatzer Land erwandert werden, ein gültiger Ausweis muss dabei natürlich für mögliche Kontrollen mitgeführt werden.

 

Bei entsprechender Witterung bietet sich für den Wanderer aufgrund der exponierten Lage des Reichensteiner Gebirges vom Turm aus ein einzigartiges Panorama: Ausläufer des Eulengebirges, Warthagebirge, Zobten, die weite schlesische Ebene bis über den Ottmachauer Stausee nach Neiße, der gesamte nordöstliche Teil der Grafschaft Glatz mit dem Bieletal, Bielengebirge und dem Schneegebirge sowie das Altvatergebirge mit seinen nordöstlichen Ausläufern. Somit bietet sich nunmehr für Wanderer erfreulicherweise ein weiteres, absolut lohnendes Wanderziel im Glatzer Land an.

 

Bei meinen künftigen Wanderwochen des Gästehaus Lerchenfeld wird der neue Heidelkoppenturm deshalb gewiss zu den bevorzugten Zielen gehören.

 

   Michael Güttler



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