RUNDBRIEF 01/2007

 

   Einweihung der neuen Arbeitsstelle der Visitatoren

 „Das Ermlandhaus beherbergt die Visitatoren aus Breslau, dem Ermland und der Grafschaft Glatz“ so stand es im vorigen Rundbrief. Der Umzug hatte zum 1. Oktober 2006 stattgefunden und am 14. Januar 2007 fand nun die Einweihung statt. Dazu waren Konsistorien, Konsult und Pastoralräte vertreten.

 

Die für die Seelsorge an mehr als zwei Millionen heimatvertriebenen Katholiken und deren Nachkommen verantwortlichen Visitaturen bündeln ihre Kräfte. Im Ermlandhans haben nun die drei in Münster ansässigen Visitaturen Breslau, Ermland und Grafschaft Glatz ihren Dienstsitz. Sie wollen in seelsorglichen Bereichen enger kooperieren, gleichzeitig ihre Außenwirkung verstärken und gemeinsam die vorhandene Infrastruktur des Hauses nutzen. Damit wollen sie ihre Arbeit trotz zurückgehender Mittel auf einem hohen Niveau halten. Zu einem „Tag der offenen Tür“ hatten die Visitatoren am 14. Januar ins Ermlandhaus eingeladen.

 

„Die Sonderseelsorge hat auch mehr als 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einen hohen Stellenwert“ und die Heimatvertriebenen seien unverzichtbare Brückenbauer zu den Nachbarländern in Mittel- und Osteuropa. „Der Jugendaustausch, den unsere Gruppen seit Jahren regelmäßig organisieren, gilt beim Deutsch-polnischen Jugendwerk als beispielhaft“, betont Schlegel, der auch stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Vertriebenenseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz ist.

 

Gemeinsam liegt den Visitatoren Winfried König (Breslau), Dr. Lothar Schlegel (Ermland) und Franz Jung (Grafschaft Glatz) auch die Bewahrung des religiös-kuturellen Erbes ihrer Herkunftsregionen am Herzen. Dies gilt aktuell auch für die Neugestaltung des katholischen Gesangs- und Gebetbuches, des „Gotteslob“. Die kirchlichen Traditionen des Ostens dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Die Heimatvertriebenen aus Ostpreußen und Schlesien und deren Nachkommen zählen zu den treuesten und aktivsten Katholiken vor allem in Diaspora-Gebieten.

 

Nach Segnung, Empfang und Besichtigung des Ermlandhauses waren die Gäste zu einem Imbiss im Kloster der Katharinenschwestern eingeladen.

 

Die Pflege des Kulturgutes kam zum Ausdruck in der anschließenden Christkindl-Messe (von Ignaz Reimann), sie gehört als Orchestermesse inzwischen zum Liedgut vieler Chöre. Hier erfreute der Grafschafter Chor und das Orchester die Besucher in der Überwasserkirche in Münster.

 

Grußworte zur Eröffnung des gemeinsamen Büros

 

-          … Ein Einschnitt wie der jetzt vollzogene ist Anlass, all denen zu danken, die in den vergangenen 60 Jahren im Zusammenhang der Vertreibung und der notwendigen Neuverwurzelung dafür gesorgt haben, dass christliche Werthaltungen wie der Verzicht auf Vergeltung, das Bemühen um Versöhnung und das solidarische Füreinander-Einstehen allen revanchistischen Tendenzen den Boden entzogen und damit vorausschauend an dem Fundament mitgebaut haben, auf dem heute die Europäische Union steht. Als „Stachel im Fleisch der Politik“ haben die Vertreter aus den Reihen der Vertriebenen im parlamentarischen Raum dafür gesorgt, dass die Anliegen der Vertriebenen. nicht in Vergessenheit gerieten …

Erzbischof Dr. E. J. Ender

 

-          … Mit Bewunderung und Dank dürfen wir auf jene Menschen blicken, die innerhalb unserer Kirche, aber auch darüber hinaus für Verständigung und Aussöhnung in oft schwierigen Zeiten eingetreten sind. Sie haben dadurch die Grundlagen für eine versöhnte Nachbarschaft geschaffen …Mögen alle Heiligen und Seligen unserer alten Heimat auch künftig Zeichen unserer Treue zu Gott, unseres Willens zum Frieden in historischer Wahrheit und Gerechtigkeit und unserer Treue zur alten und neuen Heimat sein …

Weihbischof Gerhard PieschI

 

-          … Neben dem lebendigen Kontakt zur alten Heimat ist es auch weiter wichtig, dass die überdiözesane Vertriebenenseelsorge der Visitatoren den Menschen hilft, im Prozess der kirchlichen Beheimatung und gesellschaftlichen lntegration ihre spirituelle Identität religiösen Traditionen wie auch ihr kulturelles Erbe aus den verschiedenen Herkunftsgebieten zu bewahren und fortzuentwickeln …

Franz M. Herzog

 

Zusammenstellung aus den Presseveröffentlichungen:

Cäcilia Raschper

 


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