DIE GESCHICHTE DER JUNGE GRAFSCHAFT

 

Hier kannst du etwas über die Geschichte unseres Verbandes nachlesen, wie aus Regionalgruppen und kleinen Verbänden schließlich die Junge Grafschaft entstand.

 

   Der Anfang
   Das Feuer von Bramsche
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   Der Anfang

Im Jahr 1947 fand das erste sog. Bundestreffen in Listrup/Ems statt. An diesem ersten Treffen, gerade ein Jahr nach der Vertreibung, nahmen über 300 Jugendliche teil. Die damaligen Referate und Arbeitskreise befassten sich in erster Linie mit religiösen und heimatkundlichen Themen. In der folgenden Zeit verlief die Arbeit jedoch im Sande. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Eingliederung und Aufbau in der neuen Umgebung, die Währungsreform trug ein übriges dazu bei.
Der damalige Großdechant Prälat Monse hatte, ebenso wie unser heutiger Großdechant Franz Jung, ein besonderes Herz für die Jugend. Im Jahre 1952 sammelte er einige Jugendliche um sich, um die Jugendarbeit wieder anzukurbeln.

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   Das Feuer von Bramsche

1953 fand dann das erste "echte" Pfingsttreffen in Bramsche statt. Das "Feuer von Bramsche" ist das Stichwort, wenn man von der Geburtsstunde der Jungen Grafschaft spricht. Viele der streng katholischen Jugendlichen der Grafschaft Glatz, waren in evangelische Gebiete Westdeutschlands vertrieben worden und nach jahrelangem Leben in der Diaspora "verspürte man das Wirken des Hl. Geistes" bei diesem Treffen. Es muss damals eine unheimliche Begeisterung unter den jungen Leuten geherrscht haben. Vielleicht kann man sagen, dass ein Funke dieses Feuers von Bramsche von Generation zu Generation auch auf uns übergesprungen ist und das der Grund ist, dass wir uns noch heute in dieser Atmosphäre treffen.
Vom folgenden Jahr an fand das Pfingsttreffen für viele Jahre in Telgte bei Münster statt. Seitdem trägt die Gruppe offiziell den Titel "Junge Grafschaft". Und seither existiert auch das bekannte Signet. Es versinnbildlicht in gleicher Weise den Glauben der Jugendlichen (ein rotes Kreuz), die Verteidigung des Glaubens (Wappen vor dem Kreuz) und die Heimat (Glatzer Rose auf dem Wappen). Das Besondere an diesem Zeichen ist jedoch die Aussparung an einer Stelle des Schildes. Sie soll dem Signet Lebendigkeit verleihen und damit anzeigen, dass es sich um eine Jugendgruppe handelt.

 
 

In der folgenden Zeit kam es zur Bildung von bis zu 16 einzelnen Bezirken, die pro Jahr jeweils zwei Treffen neben dem Bundestreffen ausrichteten, so dass nahezu jeder Junge Grafschafter ein Treffen in der Nähe seines Wohnortes hatte. Da die Teilnehmerzahlen dieser kleinen Treffen allerdings in den folgenden Jahren sanken, mussten die Bezirke in größere Regionen zusammengefasst werden. In unserer heutigen Zeit erinnert nur noch der Titel Regionaltreffen, wenn wir von Frühjahrs- bzw. Herbsttreffen sprechen, an diese Bezirke.

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Im Jahre 1963 wurde die Junge Grafschaft in die Aktion katholischer landsmannschaftlicher Jugend aufgenommen. Uns ist diese Organisation besser unter dem Namen bekannt, den sie heute trägt: Aktion West-Ost - Arbeitsgemeinschaft für europäische Friedensfragen im BDKJ. Weitere Mitgliedsverbände sind die Gemeinschaft Junges Ermland, die Junge Aktion (Sudetenland) und die Adalbertus-Jugend (Danzig), um nur einige zu nennen.
Seit 1966 findet in Hardehausen die "Woche der Begegnung" statt, die für uns mittlerweile zum Höhepunkt im JG-Jahr geworden ist. In den vorangegangenen Jahren hatte sich dort der Führungskreis getroffen.
In der Zeit vom Ende der 60er bis zur Mitte der 70er Jahre geriet die Arbeit der Jungen Grafschaft in eine schwere Krise. In dieser Zeit wurden stark rückläufige Teilnehmerzahlen bei einem gleichzeitig ansteigendem Altersdurchschnitt verzeichnet. Betrug beim ersten Pfingsttreffen in Telgte das Durchschnittsalter der über 200 Teilnehmer noch 21,3 Jahre, so erreichte es beim Pfingsttreffen 1975 bei nur noch 53 Teilnehmern die Höchstmarke von 30,7 Jahren. Doch die Arbeit konnte weiterlaufen. Die aus der JG hervorgegangenen Familien sind seit 1967 im Kreis Grafschafter Familien, die älteren Jungen Grafschafter (ab ca. 35 Jahren) seit 1985 in der Grafschafter Gemeinschaft organisiert.
1990 konnte, nachdem in langen Jahren viele Kontakte aufgebaut worden waren, zum ersten Mal eine Begegnung mit polnischen Jugendlichen stattfinden. Seit dem Jahr 1992 finden regelmäßige Begegnungen in Polen und in der Bundesrepublik statt. Diese Begegnung mit der "M³odzi Ziemi K³odzkiej" stehen unter dem Schwerpunkt des gegenseitigen Kennenlernens und sind mittlerweile ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit geworden.

Johannes Tondera, auf Grundlage der Pfingstgedanken 1991

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